Satt und Blau

bernadobaal satt und blau

Satt: gemästete Herzen am Schlachttag, maßlos bepackt, müde, trüb‘ belichtet, bequem.

Blau: unbestimmte Ferne der Weltecken, Erdrauch, nackt, berstend verschlossen, abgebalgt.

 

Lyrik, Literatur des 20. Jh., TB, ISBN: 9783925670589, Format oktav, 126 Seiten, Bielefeld 1992,12 €, Lieferung frei Haus.
"Belletristik der Woche", DIE ZEIT, 05.Juni 1992

 

Erfüllung

Sein Wille bestand seit Jahren darin, der Fülle seines Leibes Herr zu werden. Ihr Bestreben bestand seit Jahren darin, einen Teint zu finden, der einem Herrn gerecht würde. Nun haben beide, verzerrt zwar, aber annähernd ihr gewünschtes Aus-Sehen doch noch: Auf dem Sterbebett.

 

Potentialschwankungen

Es kam vor, dass er den Zugfahrplan mit der Getränkekarte verwechselte; irritiert suchte er nach den Abfahrtszeiten zwischen den Getränkepreisen.

 

Komödie, toujours

Ich verspeiste eine Pastete bei einem Glas Rotwein und sah nach DRAUßEN. Auf scheinbar sicher montierten Wegen, die zu den Orten der Quälerei führen, drücken sich, so gleich, so dumm, so üblich, Menschen, begleitet von Hunden, aneinander vorbei. Unverständlich, dass sie nicht lieben … Was? Zersplitterung, Regen, dicht und kräftig. Kälte und keine andren Menschen, Aufgabenlosigkeit, Bettlägerigkeit, Schlaflosigkeit. Statt dessen arrangieren sie auf einem großen Platz mühevoll ihr PARKEN.   

 

 

 

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