Rückblick 2009
30. Oktober 2009 – 16. Januar 2010
Karin Frank und Lars Rosenbohm
Einführung in die Ausstellung: Roland Nachtigäller, künstlerischer Direktor MARTa Museum Herford
Über Karin Frank:
Andreas Spiegl, Vizerektor Akademie der bildenden Künste Wien, „Holzfällen“,Vortrag, Auszüge
Bekannt ist, dass Karin Frank mit Holz arbeitet. .. Die Sprache ist klar, unmissverständlich, manche würden sogar sagen: derb. Holzfällen ist für viele eine Abrechnung, für andere eine bloße Feststellung, eine Darstellung der Verhältnisse. … Ihre Motive, Personen und Szenen nehmen sich die Freiheit, nicht frei erfunden zu sein. Die Realität von Scheiße und einer konsequenterweise beschissenen Realität, die Sprachlichkeit beim Ausdruck und beim Ausdrücken von Scheiße, diese wurstartige Verschwiegenheit als intime Artikulation, sind Sachverhalte.
Aber über diesen Sachverhalten schwebt eine andere Sprache, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Dinge wie sie sind, zu umschreiben, sie nur anzudeuten: um zu umgehen, worin man gerade steckt und steht. … Frank arbeitet mit Holz so ökonomisch und direkt wie möglich. Manchmal reicht die grobe Form, um den Gegenstand oder die Szene zu fixieren. Ein andermal bedarf es des Details. …Der englische Ausdruck dafür, etwas offen auszusprechen, ist »frankly speaking«. Zugegeben: ein unerheblicher Zufall. Karin Frank speaks frankly.
Mit ihrer Umschreibungsverweigerung, mit ihrer Ökonomie, aus dem flexibilisierbaren Sachverhalt wieder einen Gegenstand der Diskussion zu machen, ja auf die Gegenständlichkeit der Diskussion zu insistieren, liefert Karin Frank ein Argument für die Bildhauerei, die mit ihrer Materialität einen Widerstand gegen die Auflösung von Fakten formuliert. Bildhauerei als Resistenz gegen die Verwandlung von Fakten ins Fabulöse. Fabulös wirkt allein die Dringlichkeit der Sprache, ihr Insistieren aufs Faktische. …
Über Lars Rosenbohm:
Jan Hoet*, Gent, “Triebkraft der Bilder” in: „Gut gebellt, Lars Rosenbohm“, Kunsthalle Bielefeld, 2008
Lars Rosenbohms Arbeiten verkörpern Bilder, die gleichsam das Naturhafte von Bildern als physisch formuliertes Statement ausdrücken. Als Bild wenden sich seinen Arbeiten an ein sprechendes Gegenüber. In seinen Werken erkennt der Betrachter das Brutal-Maskenhafte, das zugleich etwas von seinen Geheimnissen offenbart und – in seiner geheimnisvollen Destruktivität bewahrt. Seine Bilder bewegen sich zwischen Schein und Schmerz. Sie erzählen vom Schein des Wahren, der grausamen Schönheit und der sich selbst zerstörenden Destruktion, die allen Kunstbildern zugrunde liegt. Lars Rosenbohms Bilder sind Mal-Ereignisse, markieren Spuren, Orte des erschreckenden Innehaltens und der im und als Bild ausagierten Anspannung. Ihre Triebkraft beziehen sie aus der nie endenden Ambivalenz von Nähe und Distanz, die als Motor und Motiv zugleich fungieren. Epater le Bourgeois (Schock Effekte; GB) – diese Devise aus dem französischen 19. Jahrhundert ist noch bei Lars Rosenbohm spürbar. Das Überraschend-Verblüffende mit dem Künstler sein zeitgenössisches Gegenüber konfrontiert, ist ein Kernstück des gebildeten Kunstpublikums, das Lars Rosenbohms Bilder teilweise mit brutaler Wucht explizit werden lassen.
Anmerkung:
Am 5. Oktober erhält Jan Hoet in Deutschland als erster Belgier überhaupt das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, die höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik Deutschland zu vergeben hat. Er wird das Verdienstkreuz im Schloss Bellevue von Präsident Köhler entgegennehmen. "Fantastisch", reagierte der Kunstguru. "Nach den vielen Widerständen in Herford mit dem MARTa-Museum wird meine Arbeit jetzt endlich in Deutschland anerkannt. Das ist ein echter Grund zum Feiern. Die zeitgenössische Kunst siegt immer."
Wir gratulieren! Galerie BAAL
01. Juli – 31. Dezember 2009
Die Bilder von Günter Frecksmeier waren in der Galerie BAAL, Mi – Fr, 15h – 19h, Sa 11h – 15h und im TechnologieZentrum Bielefeld, Meisenstr. 96 sowie den Räumen der WEGE mbH, Goldstr. 16-18, jeweils von Mo-Do 9h – 17h, Fr 9h – 15h, zu sehen.
GÜNTER FRECKSMEIER - „MYTHEN“
Seit 45 Jahren macht der in der Leineweberstadt Geborene seine Kunst. An der Düsseldorfer Akademie hat er bei einem Hauptvertreter des Informel, Karl Otto Götz, studiert. Schon 1983 zeigte Frecksmeier - 1937 geboren – seine erste wichtige Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld. Leben muss da vergehen, wo Kunst will leben sagt Frecksmeier in einem Gedicht „ Auf Michelangelo“. In seinem künstlerischen Werk berührt er viele Themen der Kunstgeschichte, der Literatur und der Mythologie. Frecksmeiers Bildwelt ist klassisch geprägt. Seine künstlerische Pragmatik, d.h. wie er die Bilder macht, ist klug, eigenständig und ästhetisch durchformuliert. Durch Farbauswahl, Komposition und Material findet er eine oft befremdlich anmutende Atmosphäre. So auch in seinem Bilderzyklus „Mythologie“, den wir in dieser Ausstellung das erste Mal zeigen.
Günter Frecksmeier, Vordergrund – Abgrund, Kunsthalle Bielefeld, Studiengalerie, 1983
Vorwort zum Katalog von Dr. Erich Franz (stellv. Direktor des Landesmuseums Münster)
Die Bildweiten von Günter Frecksmeier sind vor allem bestimmt durch ihre Brüchigkeit in den Ansätzen ihrer Gestaltung, in ihren Stilformen, ihren inhaltlichen Bedeutungen. Jede Bewegung stößt gleich wieder an Starrheit und Begrenztheit, jeder Gegenstand geht über in abstrakte Farben, jedes Motiv erscheint unvermittelt und unerklärbar.
Frecksmeier ist nicht jemand der mit solchen Brüchen spielt. Er "bedient' sich ihrer nicht als Mittel für Effekte. Es gibt Virtuosen der Brüchigkeit, die ihre Tricks beherrschen, Jongleure der Verwandlungskunst und der Diskontinuitäten. Frecksmeier steht nicht über der Sache. Sein Fragen und Suchen ist nicht nur eine Attitüde des In-Frage-Stellens, seine Brüchigkeit läuft nicht nur hinaus auf jene verkniffene Ironie, die von vornherein schon jedes Wörtlich-Nehmen ausschließt und es sich in ihrer so gewonnenen Unantastbarkeit wohl einrichtet. Es gibt Taktiker des Rätselhaften, die genau wissen, wie man den Anschein des Rätselhaften erzeugt; es gibt Expressionisten, bei denen die Ekstase zum soliden und bewährten Handwerk gehört; es gibt Surrealisten, die jedes Unvorhersehbare genau nach Plan ablaufen lassen.
In den Bildern von Günter Frecksmeier herrscht nicht eine solche durchkalkulierte Ordnung. Da gibt es keinen Eindruck des Darüber-Stehens und der unantastbaren Sicherheit. Er setzt ein, was ihn bewegt, worüber er nachdenkt, was ihm Eindruck macht. Gerade der Mangel an Glätte und Kalkulation ist ein Zeichen von Ehrlichkeit. Verlogen ist weniger, wer nicht die Wahrheit sagt. Verlogen ist, wer meint, was er sagt, sei durch und durch Wahrheit. Was wäre Wahrheit bei solchen Themen wie "Mythos", "Krieg", "Stadt", "Himmel" oder "Erde". Jede Aussage, die hier zu Ende formuliert wäre, die als Wahrheit daher käme, wäre schwülstig und unerträglich. Und doch bewegen uns diese Themen. Frecksmeier geht sie an indem er nichts als Versuche formuliert, Ansätze die ihr Scheitern schon in sich tragen - und es offen zeigen.
Die Bilder von Frecksmeier haben nicht eine geschlossene Oberfläche, die den Anschein von Ganzheit erweckt. Sie bleiben offen für die Abgründe, für das Unverständliche und Unkalkulierte. Sie bewahren für sich auch die Möglichkeit, Einfälle einzubeziehen, die nicht gleich wieder zu einem System rationalisiert und durchkonstruiert werden. Diese Bilder zeigen nicht Unantastbarkeit, sondern Empfindlichkeit, Verletzlichkeit und Hilflosigkeit; nicht ein Beherrschen, sondern ein Ausgeliefert-Sein.
In einer Zeit, in der die vorgeblichen und die eigentlichen Zwecke ständig völlig differieren, in der jede Unmittelbarkeit schon als naiv gilt und Taktik als Lebenskunst, ist eine Haltung bemerkenswert, die ihre Unsicherheit, ihr Bedroht-Sein und ihre Fähigkeit sich beeindrucken zu lassen, offen darstellt, die es auf ständig neue Versuche ankommen lässt, in dem unerschütterlichen - und doch stets erschütterten - Glauben, dass sie gelingen könnten.
Dr. Erich Franz
17. Oktober – 23. Oktober 2009
Tatjana Marusic
3 channel Video Projectio / 2 channel sound:
es geht ja ganz ganz langsam, also hat man zeit, sich daran zu gewöhnen” (it goes very very slowly, so there is time to get accustomed)
Link
Time: 13,2,16
Ausstellung im Rahmen von BALKANART – Ein Festival bosnisch-herzegowinischer Kunst
zur Fotogalerie von Tatajana Marusic
28. August – 09.Oktober
OPEN SPACE
BUTHE/DAMKE/DIETRICH/FRECKSMEIER/GAMBONE/GEIGER/
GÖTZ/GRÄSER/HAUSER/HOLZHÄUSER/LOHSE/LUTZE/MIELDS/
MOTHERWELL//PFAHLER/PIENE/QUINTE/RUTHENBECK U.A.
Im Winter 2009 wurde erfolgreich eine erste Staffel grafischer Arbeiten bedeutender deutscher und internationaler Künstler der 60iger und 70iger Jahren präsentiert. Von vielen Seiten ermutigt, wird die Galerie BAAL jetzt die Serie fortsetzen. Die Grafik der 60iger und 70iger Jahre (ebenfalls aus der Sammlung Zelz) wird in der zweiten Staffel mit einer Auswahl von Arbeiten hiesiger Künstler und der Berlinerin Christin Lutze ergänzt.
Die Gruppe ZERO (Piene u.a.), die Amerikaner der Gruppe Subjekts oft the Artists (Motherwell u.a.) oder der italienische Anarchist Enrico Baj und andere deutsche und internationale Künstler haben vor 40 Jahren nach anderen Formen der Lichtwirkung und Freiheit in der Vorstellung gesucht.
Bei machen - wie z.B. Rupprecht Geiger – wird die Farbe zum einzigen Thema der Malerei. Bei anderen - wie z.B. Reiner Ruthenbeck – treffen wir auf meditative Positionen der Kunst und bei dem jung verstorbenen Michael Buthe staunen wir über die Entgrenzungen traditioneller Gattungen der Kunst.
Mit einer Auswahl zumeist neuerer Werken von Katharina Dietrich (Malerei, Bielefeld), Günter Frecksmeier (Assemblage, Herford), Karl Martin Holzhäuser (Lichtmalerei, Bielefeld) und Christin Lutze (Malerei, Berlin) knüpfen wir an die Bildtraditionen der 60iger und 70iger Jahre an.
Wer hier sucht, der findet auch
Arbeiten namhafter Künstler der 70er Jahre neben aktuellen Werken regionaler Künstler, NW, 04.09.09
VON KRISTIN BACHMANN
Bielefeld. Freie Linien, einfache Formen, grelle Farben, vielfältige Bezüge – in der Galerie Baal lässt sich derzeit einiges entdecken. Einen Reigen von Bildern aus den Sechziger und Siebziger Jahren präsentiert Galerist Bernd Schlipköther in der Ausstellung „Open Space“. Darin werden Arbeiten namenhafter Künstler jener Zeit neben aktuellen Werken regionaler Künstler gezeigt. Eine Ausstellung, bei der einem schwindelig werden kann.
Bereits im März diesen Jahres wurden in der Galerie Baal grafische Arbeiten aus den Sechziger und Siebziger Jahren gezeigt. Die nun ausgestellten Bilder stammen aus der selben Sammlung und werden durch Arbeiten des Herforders Günter Frecksmeier und der Bielefelder Katharina Dietrich und Karl Martin Holzhäuser sowie der Berlinerin Christin Lutze ergänzt.
„Der Schatten“ nennt Dietrich eine Malerei, die einen stilisierten Baumstamm abbildet. Auf einem blauen Grund hebt sich scharf die orangefarbene Fläche des Stammes ab. Doch darf dieses Bild nicht alleine leuchten, auch Bruno Gambone verwendete in seiner grafischen Darstellung einer Mauer einen Komplementärkontrast, und so wetteifern die Arbeiten um die Aufmerksamkeit des Betrachters. Von hier aus wandert der Blick weiter zu einer benachbarten Assemblage von Frecksmeier und kommt wieder nicht zur Ruhe. „Nirvana“ steht unter der Zusammenstellung von verschiedenen Elementen: Eine rosafarbene Wärmflasche wird zum Mittelpunkt einer Komposition, die von farbigen, verschlissenen Holzleisten umrahmt und getragen wird. Neukombinationen von Alltagsgegenständen hat es auch in den Siebzigern nicht selten gegeben, ein neben der Assemblage ausgestellter Druck von Allan D`Arcangelo greift Elemente des Straßenverkehrs auf. Eine Straße verliert sich am Horizont, eine Bahnschranke die quer über das Bild verläuft, scheint dem Betrachter selbst den Zugang zu verwehren.
Darunter eine Blatt von Hanne Darboven, die Ende der Sechziger bekannt wurde und Anfang diesen Jahres verstarb. Die Kolonne aus der Zahl 9, auf der Schreibmaschine niedergeschrieben, lässt sich ebenso als konkrete Kunst bezeichnen wie die „Lochscheibe“ von Reiner Ruthenbeck gegenüber, eine - wer hätte es gedacht - schwarze Scheibe mit einem Loch in der Mitte. Diese Werke sind im eigentlichen Sinne nicht abstrakt, da sie auf nichts als sich selbst verweisen. Auch Holzhäusers konstruktivistische Kompositionen bilden nichts ab außer das Licht selbst und haben damit mit Fotografie nur noch im weitesten Sinne zu tun. In einem komplizierten Verfahren schafft Holzhäuser in der Dunkelkammer Gefüge aus Linien und Flächen: Waagerechte Lichtstreifen formen Muster, die an die Ergebnisse eines DNA-Screenings denken lassen. Die Anordnung der verschieden belichteten Flächen von teils starker Farbigkeit erfolgt in senkrechten Streifen. „Ein Zusammenspiel von Zufall und Absicht“, so der Lichtmaler.
Ganz aus der Reihe tanzt ein Bild Karl Lambert Huschens von 1935. Seine klassisch gemalte Lokalszene steht im Kontrast zu den anderen Werken - für den einen erhöht es die Wirkung der abstrakten Kompositionen, für den anderen wirkt es fehl am Platz. In Zeiten der täglichen Reizüberflutung weiß der Besucher auch damit umzugehen. Wer hier sucht, der findet auch.
Die Ausstellung ist bis zum 9. Oktober in der Galerie Baal, August-Bebel-Straße 135, zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Freitag 15 bis 19 Uhr, Samstag 11 bis 15 Uhr.
05.06. – 17.07.2009
Jürgen Heckmanns und Gabriel Ruget: Räume und Bewegung
Jürgen Heckmanns ist im Rheinland geboren. Er lebt und arbeitet in Herford und lehrte an der Universität Bielefeld. Zuletzt zeigte das MARTA Herford Arbeiten von ihm in der Ausstellung ad absurdum. Heckmanns Papierkunst führt den Betrachter in einen Zirkus phantastischer Weltwesen.
Seine fragil und zirzensisch wirkende Bildästhetik - nicht zuletzt durch den Werkstoff Papier hervorgerufen - ist in der substanziellen Erscheinung kraftvoll und physisch stark.
Neben kleinen und bis zu drei Meter hohen Papierfiguren zeigt die Galerie BAAL auch Zeichnungen Jürgen Heckmanns, die die Formensprache der Objekte kontrastieren: die phantastischen Weltwesen befleißigen sich eines menschlichen Gebarens, sie bewegen sich aufeinander zu, von einander weg und erschließen sich damit eine andere Räumlichkeit. Im Gestus der Figuren offenbart sich auch eine urbildhafte Vorstellung menschlicher Haltung und Handlung zum Anderen.
Gabriel Ruget, ist in Albi geboren. Er lebt und arbeitet in Paris. An der École normale supérieure, deren Direktor er bis 2005 war, forscht er als Mathematiker zu Fragen der Ästhetik. Auch in seiner Malerei und in den digitalen Arbeiten ist er ein Suchender, Forscher. Alte Meister wie Bonnard oder Fra Angelico zitiert Ruget in seinen Bildfindungen mit einer eigen gewonnen Stilistik: mit transparenter, dezenter Farbpalette findet er in den Wirrungen des Alltags seine Themen. Anders als in Heckmanns Bildästhetik versucht Ruget, wie er sagt, die petit perceptions (Leibnitz), die Kleinen Wahrnehmungen, jene gesteigerten Formen von Assoziationstendenzen (Friedell) aufzuspüren. Salopp gesagt treibt er die bildnerische Atmung voran. Der Verzicht auf die klassisch akademischen Details gibt ihm die Möglichkeit zu einer eigensinnigen, kritisch-ästhetischen Bildwelt.
Introduction à l'exposition de Jürgen Heckmanns et GR, Galerie Baal
Vortrag von Christiane Heuwinkel
Sehr geehrte Damen und Herren,
lieber Jürgen Heckmanns, lieber Gabriel Ruget,
„Kleine Leiter“: eine Leiter aus Papier, nur 20 cm hoch, hinter mir auf der
Stirnseite der Galerie Baal. Ein Objekt von Jürgen Heckmanns, das übersehbar
zu sein scheint und doch eine ganz eigensinnige Poesie und Präsenz entwickelt.
„In my secret Life“: eine fast zwei Meter hohe Leinwand von Gabriel Ruget,
riesig und explizit, und doch auch ganz verhalten und zart. Zwei künstlerische
Positionen werden hier in der Galerie Bernd Schlipköthers zusammengespannt und
in einen Dialog verwickelt, die kontrapunktisch erscheinen und doch auch
Gemeinsamkeiten zeigen.
Jürgen Heckmanns’ bevorzugtes Material ist seit Jahrzehnten Papier:
Zeitungspapier, Papierbögen und –reste, Makulaturpapier, aus dem er Figuren
formt, fragile Wände errichtet und auch große schwebende Objekte sozusagen
„entfaltet“. Dabei ist das Papier für ihn ideales Arbeitsmaterial, ist es doch
leicht, formbar und auch sehr sinnlich. Es lässt sich zu Strängen
zusammendrücken und drehen, die sich, mit einander verstrebt, zu
Gewebestrukturen formen lassen, die an Knochen, Knorpel und Körper erinnern.
Und wie auch der Körper altert Papier sichtbar, es vergilbt, wird brüchig und
vergeht.
Und aus diesem leichten fragilen Material schafft er ausgerechnet kleine
Leitern; Leitern, deren eigentliche Materialqualität ja die Stabilität und
schiere Größe sein sollte. Heckmanns „Kleine Leiter“ jedoch ist mit einer
Stecknadel an der Wand befestigt, und scheint nichts tragen zu wollen außer
sich selbst. Vielmehr scheint sie wie ein zarter Körper auf langen Beinen,
balletttänzerleicht gebogen an der Wand nur für einen Moment in der Bewegung
innezuhalten. Auch die große, nach oben sich stark verjüngende Leiter wirkt
fragil, wie für den Moment nur an die Wand gelehnt. Leitern und Stelzen sind
wiederholt auftauchende Elemente auch in Heckmanns’ meist kleinformatigen
Objekten, den „Plateaus“.
Zwei Flächen auf dürren, wackligen Stelzen sind verbunden durch zwei Körper,
die eine Verbindungsschnur halten bzw. von ihr gehalten werden. Ein fragiles
Gleichgewicht, ein Halten und Gehalten-Werden, ein Stützen und Gestützt-
Werden. Eine Balanceakt, der auch an die dürren, überlängten Figuren
Giacomettis auf ihren schiefen Ebenen erinnern mag.
Gabriel Rugets Körper in „My secret life“ erscheinen auf andere Art fragil.
Trotz ihrer Größe und Voluminosität sind sie doch skizzenhaft durchscheinend
und – anders – fragil. In reduzierter Farbigkeit lässt er die Körper wie die
Schreibspuren aus der Leinwand herauswachsen, leicht, leise, prozesshaft.
Schrift setzt Ruget wie Zeichnung als gestische Spur auf das weiß grundierte
Material. In Fragmenten lesbar erscheint die Schrift als Gedankenspur ebenso
auch als Bildelement sichtbar.
Sicht- und Lesbarkeit ist ein Element, das Ruget beispielsweise auch in seiner
der Dichterin Anna Achmatova gewidmeten „crucifixion“ verwendet. Ein Schrift-
Bild, das die Worte der Dichterin bildwürdig macht, so wie umgekehrt die
Dichterin ihre Gedankenbilder in Worte gefasst hatte. Keine Illustration,
keine platte Abbildhaftigkeit, vielmehr eine würdige, respektvolle Hommage.
„Crucifixion“ II und VII dagegen arbeiten mit Bildelementen, die Ruget so aus
der Kunstgeschichte hervorholt wie die Worte Achmatovas aus der
Literaturgeschichte. Hände und Füße, übereinander gelegt bzw. gekreuzigt, aber
auch wie aus dem Nebel der Geschichte auftauchende Gesichter lassen die
christliche Ikonographie aufscheinen, nicht als gebildeter Zitatenschatz des
Kunstkenners (der er natürlich auch ist), sondern als unser kollektives
Bildgedächtnis. Zart, skizzenhaft angedeutet, lassen sie die Schichtungen
unseres Erinnerungsvermögen aufscheinen, in dem immer neue Bilder auftauchen,
absinken und sich ikonenhaft verdichten.
Rugets Schrift-Bilder werden zu Palimpsesten unseres Unbewussten.
Das Übereinanderblenden zeichenhafter Strukturen scheint mir ein Merkmal
beider Künstler zu sein. So bezeichnete Jürgen Heckmanns seine Papierarbeiten
einmal als „Zeichnungen im Raum“ bzw. als „lineare Plastiken“. Die Zeichnung
wölbt sich in den Raum und wird körperlich, der Körper selbst wird zum
Zeichen. Und hinzu kommt der Schatten, ein wichtiges Element vieler
Papierarbeiten, die in spezifischer Beleuchtung mit ihrem Schattenbild noch um
eine Dimension bereichert werden oder vielleicht sogar erst ihre eigentliche
Form erhalten.
So lässt sich das große „Gewebe“ Heckmanns’ bei unterschiedlicher Beleuchtung
ganz unterschiedlich erleben. Wichtig erscheint mir neben der Zufallsdimension
des Schattens noch die Idee des Webens, wie des Spinnens, des ins Unendliche
Fortschreibens. Ein solches Gebilde wie auch das des ‚Papierfliegers’ hoch
oben an der Galeriedecke wird nicht nach einem Konzept hergestellt, sondern
entwickelt sich prozesshaft. Das mit Kleisterpapier geschmeidig (und auch
haltbar und schließlich fest) gemachte Papier wird zu Fäden „gesponnen“,
knotenhaft vertäut und weiter verwebt in einer Methode, die man vielleicht als
„kontrollierten Zufall“ beschreiben könnte.
Und Geflechte, Gewebe, Gitterstrukturen scheinen auch bei Gabriel Ruget
wesentliche Bildelemente zu sein. So sind in seinem Gemälde „grisant“
(„Berauschend“) verschiedene Gitterstrukturen über einen Körper gelegt und
tauchen auch in seinem Digitalbild „If we can have both, still better“ auf.
Die Gitter- oder Netzstrukturen schieben sich über den Körper (im Gemälde)
oder die Text-Bild-Fotocollage als Element der Trennung und Distanz, die aber
doch auch zum genauen Hin- und Hindurchsehen auffordern. Die Bild- und
Textebenen werden miteinander verschränkt und verknüpft als Kommunikation mit
dem Betrachter.
In der Digitalcollage „L’agrément d’une femme“ verschmelzen die Elemente
Handschrift, Typographie und Bildzitat aus Balthus’ wohl berühmtestem Bild „La
Rue“ zu einem Traumgeflecht aus Gedachtem, Gesehenem und Erinnertem.
Und Menschen, die schicksalhaft mit einander verflochten sind, sich in
fragilen Gleichgewichten sozusagen schwebend halten, das sind auch Elemente,
die Jürgen Heckmanns’ Arbeit bestimmen.
Nicht nur in der Gegenständlichkeit, sondern auch in der abstrakten
Körperhaftigkeit der Leitern, die aber auch an Skelette, an Wirbelsäulen
erinnern, wird diese schicksalhafte Verflechtung spürbar. In seinen
Installationen gruppiert er sie zu manchmal strengen Formationen, manchmal zu
wuchernden Häufungen, die an „Familienaufstellungen“ denken lassen.
Und so scheinen mir die beiden Künstler, die sich vor dieser
Gemeinschaftsausstellung nicht kannten, die in Herford und in Paris leben und
arbeiten, hier auf eine subtile Art mit einander kommunikativ verbunden zu
sein und auf ganz spezielle Art miteinander „vernetzt“.
Christiane Heuwinkel, 05.06.2009
„Espaces et Mouvement“
Exposition Jürgen Heckmanns – Gabriel Ruget
Galerie Baal
5.6. – 17.7.2009
Mesdames et Messieurs,
Cher Jürgen Heckmanns, cher Gabriel Ruget,
„Kleine Leiter“ (petite échelle) : une échelle en papier haute de 20 cm seulement, derrière moi, sur la partie frontale de la Galerie Baal. Un objet de Jürgen Heckmanns semblant saisissable et qui, pourtant, dégage une poésie et une présence très
personnelles. „In my secret Life” : une toile haute de près de deux mètres de Gabriel Ruget, immense et explicite, mais aussi retenue et délicate. Deux approches artistiques sont réunies ici dans la Galerie de Bernd Schlipköther et se répondent : elles paraissent contradictoires mais ont pourtant aussi des points communs. Depuis des décennies, le matériau préféré de Jürgen Heckmanns est le papier : du papier journal, des feuilles et des bouts de papier, du papier d’emballage avec lequel il forme des silhouettes, construit des parois fragiles lui permettant pour ainsi dire de“déployer” de grands objets flottants. Ce faisant, le papier est pour lui un matériau idéal à travailler, puisqu’il est léger, malléable et aussi très sensuel. On peut le comprimer et le tresser comme des cordes qui, mêlées les unes aux autres, se laissent modeler en structures tissées, rappelant les os, les cartilages, les corps. Et comme le corps, on voit aussi le papier vieillir : il jaunit, devient friable et passe.
Et, c’est justement à partir de ce matériau léger et fragile, qu’il crée de petites
échelles – les échelles, dont on attend en réalité qu’elles soient précisément stables et de bonne taille. La “Kleine Leiter” de Jürgen Heckmanns est pourtant fixée au mur par une épingle et ne semble être capable que de se supporter elle-même. Elle ressemble plutôt à un corps délicat sur de longues jambes, légère comme un danseur courbé vers le mur pour interrompre un instant seulement son mouvement. La grande échelle aussi – qui, en grimpant, va se rétrécissant beaucoup – paraît fragile, comme appuyée sur le mur pour un instant seulement. Les échelles et les échasses sont des éléments que l’on retrouve aussi à plusieurs reprises dans les objets le plus souvent de petite taille de Jürgen Heckmanns. Le “Plateau” : deux surfaces sur de maigres échasses vacillantes sont reliées par deux corps qui tiennent une corde ou qui sont tenus par ce lien. Un équilibre fragile, un jeu entre tenir et être tenu, entre soutenir (les échasses) et être soutenu. Un numéro d’équilibre qui, sur leurs plans inclinés, peut aussi évoquer les maigres silhouettes démesurées de Giacometti. Dans “My secret life” de Gabriel Ruget, c’est d’une manière différente que les corps semblent fragiles. Malgré leur taille et leur volume, ils sont esquissés en transparence et fragiles – mais autrement. Par leur coloration réduite, il fait ressortir de la toile les corps comme les traces d’écriture, légèrement, doucement, progressivement. Gabriel Ruget utilise l’écriture comme un dessin, comme une trace gestuelle sur le fond blanc. Lisible par fragments, l’écriture peut être vue aussi bien comme l’empreinte de pensées que comme un élément du tableau.
Visibilité et lisibilité sont un élément que Gabriel Ruget utilise aussi, par exemple, dans sa “crucifixion” dédiée à la poétesse Anna Achmatova. Un tableau-écriture qui rend les mots de la poétesse dignes d’un tableau et, en miroir – la poétesse dont les mots expriment les images de ses pensées. Ce n’est ni une illustration ni un banal emprisonnement de la représentation, mais plutôt un hommage digne, respectueux.
“Crucifixion” II et VII par contre reprennent des éléments de tableaux que Gabriel Ruget va rechercher dans l’histoire de l’art, comme les mots d’Anna Achmatova dans l’histoire littéraire. Des mains et des pieds croisés l’un sur l’autre ou crucifiés, mais aussi des visages comme émergeant du brouillard de l’histoire, font apparaître l’iconographie chrétienne non comme un trésor de citations traduites en image par le connaisseur d’art (qu’il est naturellement aussi), mais comme une mémoire collective de l’image. Evoqués avec délicatesse, esquissés, ils révèlent les différentes couches de nos capacités de mémoire où surgissent, sombrent et se condensent de manière
illustrée toujours de nouvelles images. Les images-écritures de Gabriel Ruget
deviennent des palimpsestes de notre inconscient. L’aveuglement superposé de structures dessinées me paraît être une caractéristique des deux artistes. Jürgen Heckmanns a une fois défini ses oeuvres en papier comme
des « dessins dans l’espace » ou des « sculptures linéaires ». Le dessin se déploie en voûte dans l’espace et s’incarne physiquement, le corps lui-même devenant dessin. Et vient s’y ajouter l’ombre, un élément important de beaucoup d’oeuvres en papier qui, dans un éclairage spécifique avec le reflet de l’ombre, sont enrichies d’une dimension supplémentaire – ou peut-être même n’obtiennent-elles qu’alors leur véritable forme C’est ainsi que l’on perçoit le grand “Gewebe” (tissage/toile) de Jürgen Heckmanns très différemment selon l’éclairage. En plus de la dimension de l’ombre due au hasard, ce qui me paraît important est encore l’idée de tisser, comme celle de filer,
se poursuivant à l’infini. Une telle création, comme aussi celle du “Papierflieger”
(l’avion de papier) que l’on trouve tout en haut, au plafond de la galerie, n’est pas fabriqué en suivant un concept, mais s’élabore progressivement. Le papier rendu malléable avec du papier colle (et aussi résistant et finalement solide) est “tissé” en fils, noués et tissés à nouveau selon une méthode que l’on pourrait peut-être décrirecomme procédant du “hasard contrôlé”.
Tressage, tissage, grillages, structures en réseaux : des éléments d’images qui
paraissent également essentiels chez Gabriel Ruget. C’est ainsi que l’on retrouve plusieurs structures en réseaux étendues au-dessus d’un corps dans son tableau “grisant”. Elles sont également présentes sur son image numérique “If we can have both, still better”. Les structures en réseaux ou en filets se glissent au-dessus du corps (dans le tableau) ou du collage texte-image-photo comme un facteur de séparation et de distance et qui pourtant nous invite à regarder et à regarder à travers avec attention. Les différents niveaux de l’image et du texte s’entrecroisent, liés entre eux, comme moyen de communication avec l’observateur. Dans le collage numérique “L’agrément d’une femme”, les éléments d’écriture manuscrite, de typographie et de citation d’image tirée du tableau sûrement le plus connu de Balthus “La Rue” se fondent dans un entrelacs de rêve fait de pensée, de choses vues et de souvenirs. Et des personnes liées entre elles de manière fatidique, qui se tiennent en flottant
dans un équilibre précaire – ce sont aussi des éléments qui caractérisent l’oeuvre de Jürgen Heckmanns. Cette étroite relation, cette interdépendance fatidique est sensible non seulement dans sa manière figurative, mais aussi dans l’imprégnation corporelle des échelles qui rappellent aussi des corps, des squelettes, des colonnes vertébrales. Il regroupe ses compositions parfois en formations sévères, parfois en d’envahissants amoncellements qui font penser à des “tableaux de famille”. C’est ainsi que ces deux artistes, qui ne se connaissaient pas avant cette exposition qui les réunit, qui vivent et travaillent l’un à Herford, l’autre à Paris, me paraissent ici liés dans ce dialogue de manière subtile et associés l’un à l’autre de façon tout à fait spéciale.
Christiane Heuwinkel, 04.06.2009
17.04. – 31.05.2009
Mo Ramakers, „Camouflage“
"Ohnmacht und Unrecht beeinflussen mich tief", sagt Mo Ramakers. Aus dem Zyklus Camouflage sind Malereien und Skulpturen zu sehen. …Blau bemalte Nippel werden zu "Blauhelmen": Gerecht wie eine Mutterbrust - erklären die "Blauhelme" - beschirmen sie die Menschen, versorgen sie mit Nahrungmitteln . Oder wir sehen einen Frauentorso aus "Brüsseler Spitzen": Reflektionen über die Handarbeit belgischer Klöpplerinnen. Oder auf Militärstoffen: Camouflagen des Fundamentalismus. Mo Ramakers Werke besitzen Museen und Privatsammler. So auch Belgiens Ex-Premierminister Guy Verhofstadt.
(Kopie 2)
30.01.2009 – 28.02.2009
INGE HÖHER – MIT KÜNSTLERN AM TISCH
Die Werkgruppe Mit Künstlern am Tisch der emeritierten Professorin für Malerei ist ein besonders gefühlsstarkes Symbol für die einigende Kraft in der Sache der Malerei. Sie malt, was die Kunst zum Beispiel ihres Lehrers BERNHARD DÖRRIES von YVES KLEIN, MORANDI, GIACOMETTI u.a. nach Farben und Bildsprachen ausmacht, in Draufsicht als Stillleben mit Tisch. Alle Bilder dieser Werkgruppe zeugen von einer geistigen Tischgemeinschaft mit den Vorbildern. – Die Sache der Malerei ist Kommunion. (Manfred Strecker, 2006. Abb. „Mit Bernhard Dörries am Tisch“:DTP/Lithografie, K.P. Plehn.
Die Ausstellung umfasst großformatige Arbeiten, die zwischen 1998 und 2006 entstanden sind. Außerdem zeigt die Galerie BAAL erstmalig eine Arbeit von BERNHARD DÖRRIES, die das Titelbild der Ausstellung variiert. Es ist in seinem letzten Lebensjahr entstanden.
07.03.2009 – 02.04.2009
GRAFIK; MULTIPLE & PLASTIK DER 60IGER UND 70IGER JAHRE
Mit zirka 50 Grafiken ( u.a. der Gruppe ZERO), Multiple und Plastiken hauptsächlich aus den Jahren 1965 – 1978, erinnert die Galerie BAAL in einer Ausstellung ab dem 07. März 2009 an berühmte und bedeutende Köpfe einer kunstgeschichtlichen Epoche. Die Ausstellung widmet sich der einzigartigen Verbindung, die in den 1960er und 1970er Jahren zwischen Kunst und Pop-Kultur, zwischen Werbung und politischer Protestbewegung bestand. Es entwickelte sich eine außergewöhnliche Ästhetik, in der sich gesellschaftliche, politische, ethnische und sexuelle Befreiung spiegeln. Diese Kunst vor Augen belegt deren Wirkung auf die Alltagskultur.
Zu sehen sind Werke der Künstler und Künstlerinnen, die derzeit eine große Resonanz erzielen: Pierre Fernandez Armand, Enrico Bay, German Beccera, Gernot Bubenik, Michael Buthe, Bernd Damke, Allen d’Arcangelo, Erich Hauser, Ferdinand Spindel, Johnny Friedländer, Bruno Gambone, Winfred Gaul, Rupprecht Geiger, Karl Otto Götz, Herbert Götzinger, Camille Gräser, Otto Herbert Hajek, Florence Henri, Herbert Kaufmann, Jiri Kolar, Karl-Heinz Krauskopf, Ferdinant Kriwet, Kumi Sugai, Kaspar-Thomas Lenk, Sol Le Witt, Richard Paul Lohse, Haku Maki, Rune Mields, Robert Motherwell, Lorenz Mueller-Morenius, Blinky Palermo, Georg Karl Pfahler, Peter Phillips, Otto Piene, Silvia Quant, Lothar Quinte, Udo Scheel, Kimber Smith, Karl Rudolf H. Sonderborg, Jesus Raphael Soto, Marl Tobey, Victor Vassarely, Mark Vaux, Luigi Veronesi, Gerhard von Grävenitz, Tom Wesselmann, Ludwig Wilding,






















